Anlagemünzen

Bei Münzen werden die meisten Menschen sicherlich an zwei Dinge denken, nämlich zum einen die Münzen in der Geldbörse als Zahlungsmittel und zum anderen an die Münzen, welche viele Verbraucher wie zu Beispiel Briefmarken oder andere Sammlergegenstände als Hobby sammeln. Heute werden Münzen allerdings immer häufiger noch auf eine dritte Art und Weise genutzt, nämlich als Geldanlage. Der Sammlereffekt spielt hier teilweise zwar auch eine Rolle, steht aber nicht unbedingt im Vordergrund. Im Vordergrund steht vielmehr die Geldanlage und die mögliche Wertsteigerung der Münzen. Diese Wertsteigerung bezieht sich dabei nicht auf den Sammlerwert der Münzen, sondern auf den Wert des Edelmetalls, aus welchem diese Münzen bestehen. Solche Münzen, wie z.B. der Krügerrand, die vor allen Dingen zur Geldanlage dienen, werden auch als Sammlermünzen bezeichnet und bestehen in der Regel aus einem der vier Edelmetalle Gold, Silber, Platin und auch aus dem nicht so bekannten Palladium.

Münzen für Anleger

Besonders für Anleger, die ihre Geldanlage gerne selber in den Händen halten möchten, sind die Münzen sicherlich ein interessantes Investment, so wie es früher die Aktien und Wertpapiere waren, die man noch in Papierform als verbriefte Urkunde hatte. Grundsätzlich gibt es neben den Münzen noch einige andere Arten, auf welche Weise man in Edelmetalle investieren kann. Im Vergleich zu diesen Anlagearten wie Aktien, CFDs oder ETFs und Zertifikate weist die Nutzung der Münzen als Geldanlage Vor- und Nachteile für den Anleger auf. Der Vorteil ist vor allem der, dass die Anlage in Goldmünzen oder Silbermünzen neben dem Kauf von Barren der direkteste Weg ist, um in die Edelmetalle zu investieren. Sowohl bei Aktien als auch CFDs und den anderen Produkten, die Gold, Silber oder Platin als Basis haben, kommen neben dem reinen Metallwert immer noch andere Faktoren „ins Spiel“, welche die Wertsteigerung insgesamt beeinflussen können. Bei den Edelmetallmünzen ist das hingegen nicht so, denn hier ist ausschließlich die Preisänderung des jeweiligen Edelmetalls der Maßstab für den Wert der Münzen. Und da Edelmetalle allgemein als wertbeständig und nicht inflationsgefährdet gelten, sehen viele Anleger diese Art des Investments als sicher und renditestark zugleich an. Aber das Investment in Münzen hat für den Anleger auch einige Nachteile. Hier ist zum Beispiel der Nachteil zu nennen, dass die mitunter sehr wertvollen Münzen natürlich sicher verwahrt und gelagert werden müssen. Oftmals sind die dazu notwendigen Mittel wie Safe oder Schließfach nicht in der eigenen Wohnung vorhanden, sodass man einen Banksafe mieten muss, der natürlich Kosten verursacht. Hier kann man je nach Größe des Bankschließfaches zwischen 40 und 120 Euro im Jahr kalkulieren. Auch der zweite Nachteil der Münzen stellt sich in Form von Kosten dar. Es gibt nämlich bei den Münzen stets einen An- und einen Verkauf Kurs. Man muss also mehr Geld beim Kauf der Münzen zahlen, als man bei ansonsten nicht erfolgten Wertänderungen des Edelmetalls bei Verkauf der Münzen wieder zurück bekommt. Dieser Unterschied kann durchaus im Bereich zwischen fünf und zehn Prozent liegen. Diese Gebühren müssen demnach erst einmal durch eine Wertsteigerung des Edelmetalls in der Zukunft ausgeglichen werden, bevor man dann wirklich eine „echte“ Rendite erzielen kann.

Eine große Auswahl bei Anlagemünzen

Grundsätzlich gibt es inzwischen sehr viele Edelmetall-Münzen, die der Anleger zur Auswahl hat. Zu den ohnehin bereits erhältlichen Münzen kommen jährlich neue Münzen hinzu, da eine Hand voll Staaten im Grunde jährlich Silber- oder Goldmünzen prägen lässt. Zu diesen Staaten gehören beispielsweise China, Australien, Kanada, Südafrika oder die USA. Einige Namen von bekannten Silbermünzen und Goldmünzen sind beispielsweise der American Eagle (USA), der Krüger Rand (Südafrika), Maple Leaf (Kanda) oder auch die Philharmoniker-Münzen. Interessant ist auch, welche unterschiedlichen Werte/Preise die Münzen je nach Art des Edelmetalls haben. Bezogen auf jeweils eine Feinunze des Edelmetalls (31,1 Gramm) und einer Feinheit von 999,99 haben zum Beispiel Goldmünzen derzeit (Stand April 2010) einen Preis von rund 900 Euro, Silbermünzen einen Preis von rund 18 Euro, Platinmünzen mit dem Gewicht von einer Unze erhält man für rund 1.800 Euro und eine Palladiummünze für rund 640 Euro.