Fahrzeugmarkt USA – mit Vollgas aus der Krise

Nach dem schweren Einbruch des US-amerikanischen Fahrzeigmarktes in Folge er Finanzkrise, drehen die Absatzzahlen der Autohersteller in den Vereinigten Staaten nun wieder deutlich nach oben. Im Jahr 2010 konnte der US-amerikanische Automarkt sich über ein sattes Plus von 11,1 Prozent an Neuzulassungen verzeichnen. Insgesamt wurden im ersten Jahr nach der Krise damit 11,6 Millionen Autos verkauft. Entscheidend für die insgesamt guten Jahreszahlen war vor allem ein deutlicher Schlussspurt bei den Verkäufen im Dezember, nachdem bereits in der gesamten zweite Jahreshälfte deutlich bessere Zahlen erzielt wurden als noch zu Jahresbeginn 2010 erwartet worden war.

Allerdings können auch diese starken Werte nicht darüber hinwegtäuschen, dass die amerikanische Autokonjunktur damit im langjährigen Vergleich immer noch schwach ist. Zwar ist die tiefste Krise der US-Autokonjunktur seit dem Zweiten Weltkrieg damit offensichtlich Geschichte. Aber noch liegen die Verkaufszahlen deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt, für den ein Gesamtumsatz von 15,5 Millionen Fahrzeugen ermittelt wurde.

Ein Blick auf das Ranking der wichtigsten Hersteller verrät, dass sich zumindest zwei der ehemals „großen Drei“ amerikanischen Autohersteller (General Motors (GM), Ford und Chrysler), die im Zuge der Finanzkrise in Schwierigkeiten geraten waren, mittlerweile wieder erholt haben. Im Jahr 2009 meldeten sowohl GM als auch Chrysler Insolvenz an und konnten danach nur durch einen Einstieg der US-Regierung gerettet, die alleine für die Mehrheitsbeteiligung bei GM mehr als 50 Milliarden US-Dollar aufwendete. Lediglich Ford konnte damals die Insolvenz vermeiden. Doch zumindest GM scheint die Chance, die in der Insolvenz lag (der US-Autoriese konnte sich so vom Großteil seiner vorher drückenden Schuldenlast befreien), genutzt zu haben und führt 2010 das Ranking der meisten Verkäufe im nach China zweitgrößten Automarkt der Welt an. Auf Rang zwei folgt Ford, der damit den japanischen Weltmarktführer Toyota auf Platz drei verdrängte. GM erhöhte seinen Absatz um 21 Prozent, Ford um 19 Prozent.

Auch die deutschen Autohersteller können mit ihren Zuwächsen im wichtigen US-Markt im vergangenen Jahr zufrieden sein: BMW steigerte seine Auslieferungen um knapp 10 Prozent, VW um 17, Daimler um 18 und Porsche um 20 Prozent. Zwar wuchsen die deutschen Hersteller damit schneller als der Markt, insgesamt ist ihr Marktanteil in den USA aber noch gering. Insbesondere VW muss seinen Absatz im zweitwichtigsten Markt der Welt in den nächsten Jahren deutlich steigern, wenn es wie geplant bis 2018 global die Nummer eins unter den Autoherstellern werden will.