Chancen und Risiken beim Forextrading



Auch wenn der Devisenhandel immer beliebter wird und sogar bereits viele Kleinanleger das Forex Trading mit großem Interesse verfolgen und auch ausführen, so darf man bei allen Chancen natürlich keinesfalls das Risiko vergessen, welches mit dem Devisenhandel verbunden ist. Grundsätzlich wird der Handel mit Devisen nämlich in die höchste Risikoklasse eingeordnet, die Risikoklasse V. Alle Produkte und Handelsformen, welche dieser Risikoklasse zugeordnet werden, gelten als sehr spekulativ. Der Reiz am Devisenhandel besteht auf der anderen Seite natürlich auch etwas in diesem Risiko, welches ebenfalls beinhaltet, dass man innerhalb eines teilweise extrem kurzen Zeitraumes extrem hohe Gewinne erzielen kann. Aber wie bei allen Arten von Geldanlagen ist es natürlich auch beim Forexhandel so, dass sich hohe mögliche Gewinne und hohe Risiken gegenüber stehen. Definitiv absolut ungeeignet ist das Handeln mit Devisen als Altersvorsorge, zum regelmäßigen Sparen oder als mittel- und langfristige Kapitalanlage.

Die Chancen beim FX Trading (Forex Trading)



Der Hauptgrund, warum auch viele Privatanleger heute mit Devisen spekulieren möchten, ist die Chance auf hohe Kursgewinne. Die Chancen an sich bewegen sich allerdings etwa in einem Verhältnis von 50:50 zum Risiko, dass man Verluste erleidet. Allerdings ist es auch erwiesen, dass man die Gewinnchancen durch verschiedene Strategien, Handelssysteme, Analysesysteme etc. durchaus auf bis zu 70:30 steigern kann. Dennoch gleicht das Forex Trading in gewissem Sinne aber mehr einer Wette, als dass man hier von einer Kapitalanlage sprechen könnte. Welche Gewinne aber sind eigentlich beim Forexhandel überhaupt möglich? Diese Frage lässt sich praktisch gar nicht beantworten, denn grundsätzlich sind die möglichen Gewinne von der Höhe her nicht begrenzt. Natürlich spielt auch der Zeitfaktor eine Rolle, welche Gewinnhöhen man erreichen kann. Dennoch sollen die möglichen Gewinne kurz an einem Praxisbeispiel dargestellt werden.

Dafür wird angenommen, dass ein Anleger 300 Euro investieren möchte, um davon Schweizer Franken gegen Euro zu kaufen. Da es sich beim Franken um eine „starke“ Währung handelt, und beim Euro natürlich auch, stellt der Broker hier einen Hebel von 200:1 zur Verfügung. Der Anleger kann also insgesamt für 60.000 Euro die Schweizer Franken kaufen. Wenn nun der Wert des Schweizer Franken innerhalb der nächsten vier Tage um beispielsweise zwei Prozent gegenüber dem Euro steigt, was keineswegs ungewöhnlich wäre, dann bedeutet das für den Anleger aufgrund des Hebels und bezogen auf seine 300 Euro eingesetztes Kapital (Margin) einen Gewinn von 400 Prozent. Der Anleger bekommt demnach 1.200 Euro gutgeschrieben. Da Renditen stets auf ein Jahr gerechnet werden, um verschiedene Renditen vergleichbar zu machen, würde das im Beispiel eine Jahresrendite von sage und schreibe 36.000 Prozent bedeuten. So extrem diese Rendite auch klingen mag, so häufig ist sie dennoch zu erzielen, denn ein Kursanstieg von zwei Prozent in einer Woche ist keineswegs ungewöhnlich.

Die Risiken beim Forex Handel



So hoch die möglichen Gewinne beim Forexhandel sein können, so hoch können auch die möglichen Verluste sein. Allerdings hat sich im Bezug auf die Risiken beim Devisenhandel in der nahen Vergangenheit eine entscheidende Änderung ergeben, die vom Grundsatz her sehr positiv für die Anleger ist. Denn bis vor einigen Jahren gab es noch die so genannte Nachschusspflicht. Diese besagte, dass der Anleger verpflichtet war das Margin zu erhöhen, wenn dieses aufgrund vorübergehender Verluste zur Deckung der Position nicht mehr ausreichte. Somit kam es also nicht selten vor, dass der Anleger zwar eigentlich nur 500 Euro investieren wollte, aber aufgrund dieser Nachschusspflicht mitunter 1.000 Euro oder mehr investieren musste und auch verlieren konnte. Heute gibt es diese Nachschusspflicht jedoch kaum noch, sodass der maximale Verlust des Anlegers heute der Totalverlust des eingesetzten Kapital ist. Dieser mögliche Verlust ist natürlich immernoch sehr hoch, aber zumindest muss man nicht mehr das Risiko in Kauf nehmen, mehr als das investierte Kapital verlieren zu können. Das Totalverlustrisiko ist jedoch stets gegeben, vor allem wenn man mit hohen Hebeln und somit einem geringen Margin handelt. Im oben angeführten Beispiel würde nämlich ein Kursverlust des Schweizer Franken von nur zwei Prozent bereits dazu führen, dass der Anleger sein Margin nach dem erfolgten Margin Call entweder erhöhen muss oder aber die Position wird geschlossen, was einen Totalverlust bedeutet. Um die Risiken zu reduzieren, sollte man zum einen stets mit Stopps als Verlustbegrenzung arbeiten, und zum anderen nicht die sehr hohen Hebel nutzen. Anfängern im Bereich Forex Trading wird geraten, maximal einen Hebel von 20 zu nutzen. Somit beträgt das Margin fünf Prozent und als Folge können Kursverluste zumindest bis zu einer Höhe von fünf Prozent „aufgefangen“ werden, ohne dass die Position geschlossen werden muss oder man noch mehr Kapital einsetzen muss.

Copyright © 2017