Finanzierungskosten Forex



Wie bei vielen Geldanlagen, so fallen für den Anleger auch beim Forexhandel Kosten an. Und zwar gibt es zwei wesentliche Kostenfaktoren, nämlich den Spread und die Finanzierungskosten. Während der Spread für jeden Anleger einen Kostenfaktor darstellt, der aktiv mit Devisen handelt, fallen die Finanzierungskosten nur unter zwei Voraussetzungen an. Es handelt sich bei den Finanzierungskosten um Zinsen, die der Anleger an den Forex Broker zahlen muss. Diese Zinsen kommen daher zustande, weil der Forex-Broker dem Anleger in Form des bekannten Hebels Geld leiht, für welches er natürlich, wie bei jedem Geldverleih (Kredit) üblich, auch Kreditzinsen bekommen möchte. Diesen Kostenfaktor muss der Anleger also in seiner Kalkulation berücksichtigen, wenn es um die Berechnung einer möglichen Rendite geht.

Wann muss der Anleger Finanzierungskosten zahlen?



Wie bereits zuvor kurz erwähnt, fallen Finanzierungskosten nur unter zwei Voraussetzungen an. Die erste Voraussetzung ist, dass es sich bei der Währungsposition des Anlegers um eine Long-Position handelt. Die Long-Position kommt immer dann zustande, wenn der Anleger Währungen kauft. Bei einer Short-Position fallen hingegen keine Finanzierungskosten in Form der Finanzierungszinsen an, weil der Anleger hier kein Geld vom Broker geliehen bekommt. Das Gegenteil ist sogar der Fall, denn im Rahmen einer Short-Position erhält der Anleger vom Broker Zinsen. Die zweite Voraussetzung für das Anfallen der Finanzierungskosten ist, dass der Anleger die Long-Position mehr als einen Tag hält. Nur wenn die Position „über Nacht“ vorhanden ist werden die Zinsen vom Broker berechnet.

Wie hoch sind die Finanzierungskosten?



Als Basis für die Berechnung der Finanzierungskosten nehmen fast alle Forex Broker den so genannte EURIBOR. Kurz gesagt handelt es sich dabei um den Tagesgeldzinssatz, den die Banken untereinander veranschlagen. Zu diesem EURIBOR kommt dann noch ein Zinsaufschlag von etwa 3-4 Prozent, sodass sich aktuell beispielsweise ein Gesamtzinssatz von durchschnittlich knapp fünf Prozent ergeben dürfte. Diesen Zinssatz muss der Anleger nun für jeden Tag zahlen, an welchem die Long-Position vorhanden ist. Dabei gilt die gesamte Handelssumme als Basis für die Berechnung der Finanzierungskosten. Wie hoch die Kosten in der Realität dann sein können, lässt sich beispielhaft verdeutlichen. Investiert ein Anleger beispielsweise 400 Euro in eine US-Dollar Position, so kann er bei einem Hebel von 100:1 insgesamt 40.000 Euro Gegenwert handeln. Auf diese 40.000 Euro zahlt er nun für jeden Tag (ab dem zweiten Tag) die Finanzierungszinsen von beispielsweise fünf Prozent pro Jahr. Hält der Anleger also die Position zum Beispiel für sieben Tage, so würden Finanzierungskosten von etwa 39 Euro auf ihn zukommen, was bei 400 Euro eigenem Kapital immerhin fast zehn Prozent sind. Man sollte also die Finanzierungskosten nicht unterschätzen.

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