Margin Call des Forex Broker



Im Bereich Forex Trading haben sich seit einigen Jahren schon diverse Änderungen vollzogen, was sicherlich auch daran liegt, dass immer mehr Privatkunden diese Art der Spekulation nutzen. So gab es vor einigen Jahren beispielsweise beim Devisenhandel gegenüber dem Forex-Broker oftmals noch eine so genannte Nachschusspflicht. Das bedeutete, wenn der Anleger für eine Handelsposition ein Margin gestellt hatte, und aufgrund ungünstiger Entwicklung des jeweiligen Währungskurses dieses Margin nicht mehr ausreichte, um die offene Handelsposition zu decken, dann war der Anleger dazu verpflichtet, das Margin zu erhöhen. Aufgrund dieser Tatsache konnte man früher also beim Forex Trading mehr Geld als das eingesetzte Kapital verlieren. Heutzutage gibt es praktisch keine Forexbroker mehr, die eine solche Nachschusspflicht fordern. An die Stelle dieser Nachschusspflicht ist hingegen der so genannte Margin Call getreten.

Wozu gibt es den Margin Call und was beinhaltet dieser?



Der Forex-Broker stellt heute den Margin Call an die Stelle der Nachschusspflicht. Dadurch wird vermieden, dass der Anleger mehr als sein investiertes Kapital verlieren kann. Um die Funktionsweise des Margins Calls verstehen zu können muss man natürlich wissen, worum es sich beim Margin handelt. Das Margin ist die Sicherheitsleistung, die der Anleger dem Forex Broker für jede Handelsposition geben muss, also praktisch eine Art Pfand. Die Höhe des Margin hängt ab von der gehandelten Währung und auch vom Forex-Broker. Um die Bedeutung und die Funktionsweise des Margin Calls besser verdeutlichen zu können hilft sicherlich ein Beispiel aus der Praxis, was besonders für Neulinge beim Forex Trading hilfreich ist.

Praxisbeispiel zur Erläuterung des Margin Calls



Angenommen, der Kunde Herr Mustermax möchte US-Dollar gegen Euro kaufen und möchte dazu 500 Euro an eigenem Kapital einsetzen. Diese 500 Euro stellen dann also gleichzeitig das Margin dar. Bei einem angenommenen Hebel von 50:1 könnten also mit diesem Margin insgesamt 25.000 Euro gehandelt werden, dass Margin macht also bezogen auf diese Handelssumme von 25.000 Euro zwei Prozent aus. Da Herr Mustermax US-Dollar kauft und im Gegenzug Euro verkauft hofft er natürlich, dass der Dollar gegenüber dem Euro nun an Wert gewinnen wird. Trifft jedoch das Gegenteil zu, so erleidet Herr Mustermax einen Verlust. Wenn sich nun der entsprechende Währungskurs zwischenzeitlich um diese zwei Prozent zu Ungunsten von Herrn Mustermax entwickelt, der Dollar also zwei Prozent gegenüber dem Euro an Wert verliert, dann sendet an dieser Stelle der Forex-Broker an Herrn Mustermax einen Margin Call. Und zwar passiert das aus dem Grund, weil das Margin von zwei Prozent gerade noch ausreicht, um diesen zwischenzeitlichen Verlust zu decken. Sollte der Dollar hingegen noch weiter an Wert verlieren, wäre der Verlust für Herrn Mustermax größer als das Margin als Sicherheit ausreichen würde. Damit es aber nicht wie zu früheren Zeiten im Zuge der Nachschusspflicht zu Verlusten über das investierte Kapital hinaus kommen kann, wird der Margin Call versendet. Der Margin Call ist demnach eine Art von Alarm vom Broker an den Anleger.

Was geschieht nach einem Margin Call?



Nach einem erfolgten Margin Call gibt es zwei Möglichkeiten, was darauf hin mit der Bestandsposition des Anlegers weiter pausieren kann. Entscheidet sich der Anleger dafür, dem Vorschlag zum Erhöhen des Margins nachzukommen, nichts anderes ist der Margin Call letztendlich, dann ist die Deckung durch dieses erhöhte Margin für die entsprechenden Bestandsposition wieder ausreichend vorhanden und es gibt für den Forex Broker zunächst keinen Anlass zu handeln. Die Reaktion auf einen Margin Call sollte übrigens sehr schnell erfolgen, denn mitunter kann es schon eine Minute nach dem Call „zu spät“ sein, denn der Kurs des Dollars könnte natürlich sofort weiter fallen. Möchte der Anleger hingegen nicht auf den Margin Call reagieren oder bekommt er diesen nicht mit, so wird der Forexbroker die offene Position, für welche das Margin nicht mehr ausreichen würde, von seiner Seite aus schließen. Auch diese Schließung soll vor allem verhindern, dass der Anleger mehr als sein investiertes Geld verlieren kann. Für den Anleger bedeutet die Schließung der Postion natürlich gleichzeitig den Verlust des gesamten investierten Kapitals in dieser Position.

Sollte man auf einen Margin Call reagieren oder nicht?



Ob man auf den Margin Call reagiert oder nicht – das muss natürlich jeder Anleger selbst entscheiden, einen pauschalen Ratschlag gibt es nicht. Die Entscheidung für oder gegen das Erhöhen des Margins hängt vor allem davon ab, welche weitere Kursentwicklung der Anleger bezüglich der vorhandenen Währungsposition erwartet. Auf das angeführte Beispiel bezogen könnte der Anleger beispielsweise der Meinung sein, dass der Dollar noch weiter an Wert verlieren wird, der Dollarkurs also weiter fallen wird. In dieser Situation kann der den Margin Call einfach ignorieren, da die Position dann ohnehin automatisch geschlossen wird. Sieht der Anleger die Kursschwäche des Dollar hingegen nur als vorübergehend an und erwartet einen in Kürze wieder steigenden Dollarkurs, so wäre eine Erhöhung des Margin sinnvoll. Denn so könnte ein eventueller weiterer Kursrückgang zumindest vom Margin her gedeckt werden, sodass die Position nicht geschlossen werden muss. Allerdings besteht bei solch einem Vorgehen natürlich die Gefahr, dass man zu „leicht“ bei weiterer negativer Kursentwicklung immer wieder das Margin erhöht und letztendlich deutlich mehr als das ursprünglich investierte Geld verlieren kann.

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