Margin beim Devisenhandel



Der Forexhandel wird für den Privatanleger, der nicht einige Zehntausend Euro zum Handeln zur Verfügung hat, erst durch das Margin möglich. Das Margin stellt in Kombination mit dem Hebel auch die Grundlage dafür dar, dass beim Forex Trading sowohl hohe Gewinne als auch hohe Verluste erzielt werden können. Das Margin ist eine Sicherheitsleistung, die der Anleger gegenüber dem Forex Broker erbringen muss, bevor er mit dem Kauf- oder Verkauf von Devisen beginnen kann. Vor jedem neuen Verkauf oder Kauf von Währungen muss das entsprechende Margin auf dem Handelskonto des Anlegers in ausreichendem Umfang vorhanden sein. Durch das Margin wird gleichzeitig auch festgelegt, bis zu welchem Umfang sich der Kurs der vom Anleger gewählten Währung aus Sicht des Anlegers negativ entwickeln kann, bevor die Position entweder geschlossen wird oder das Margin erhöht werden muss.

Wie das Margin genau funktioniert



Die Funktionsweise des Margin ist vergleichsweise einfach zu erläutern. Angenommen, der Anleger möchte für einen Gegenwert von 50.000 Euro amerikanische US-Dollar kaufen, weil er davon ausgeht, dass der US-Dollar Kurs zukünftig ansteigen wird. Da nun kaum ein Anleger 50.000 Euro zur Verfügung hat bzw. bereits wäre, auf diese spekulative Art und Weise zu investieren, leiht der Forex-Broker dem Trader diese vergleichsweise hohe Summe. Als Sicherheit muss der Anleger dann eben das Margin hinterlegen, welches praktisch eine Garantie für den Broker sein soll, dass der Anleger seinen Verpflichtungen bei negativer Kursentwicklung auch nachkommen kann. Die Höhe der Sicherheitsleistung legt der jeweilige Forex-Broker individuell fest. Bezüglich des Margins beim Devisenhandel verhält es sich meistens so, dass die Höhe des Margins von der Art der Währung abhängig ist bzw. wie volatil oder „instabil“ diese Währung ist. Denn natürlich gibt es auch im Bereich des Forex Trading sowohl vergleichsweise „sichere“ Währungen als auch sehr spekulative Währungen. Je höhere das Risiko bzw. die Volatilität bei einer Währung ist, desto höher wird auch das Margin sein, welches der Forexbroker verlangt. So ist beispielsweise bei den Weltwährungen wie US-Dollar, Euro oder Britisches Pfund ein recht geringes Margin zwischen 0,25 und einem Prozent üblich, während der Forex Broker sicherlich beispielsweise beim Handel mit dem Argentinischen Peso ein Margin von zehn Prozent oder mehr verlangen würde. Insgesamt gibt es beim Margin Spannbreiten zwischen 0,25 und 20 Prozent.

Der Zusammenhang zwischen Margin und Hebel



Aus der Höhe des Margins ergibt sich zwangsläufig beim Forex Trading auch die Höhe des Hebels (Leverage) und umgekehrt. Wie aber stehen Margin und Hebel eigentlich in Verbindung? Auch hier hilft zum Verständnis wiederum ein Praxisbeispiel. Im zuvor angeführten Beispiel wollte ein Anleger für umgerechnet 50.000 Euro amerikanische US-Dollar kaufen. Da es sich sowohl beim Dollar als auch beim Euro um eine so genannte „starke“ Währung handelt, kann man davon ausgehen, dass der Broker nur ein vergleichsweise geringes Margin verlangt, beispielsweise 0,5 Prozent. Der Anleger müsste also 0,5 Prozent auf Basis der Handelssumme von 50.000 Euro hinterlegen, demnach 250 Euro. Somit kann der Anleger mit nur 250 Euro eigenen Einsatz insgesamt 50.000 Euro handeln. Diese Differenz zwischen den 250 und den 50.000 Euro ist dann gleichzeitig auch der Hebel, der hier somit bei 200:1 liegt. Den Hebel kann man jedoch auch direkt auf der Grundlage des Margins berechnen, denn multipliziert man das Margin mit dem Hebel, so muss die Summe stets den Wert 100 ergeben. Beträgt das Margin also beispielsweise zwei Prozent, wäre der Hebel 50 (100 / 2 = 50). Wäre ein Margin von fünf Prozent gefordert, ergäbe das einen Hebel von 20. Je höher also das Margin ist, desto geringer ist der Hebel und desto geringer ist demzufolge auch das Risiko der Position, was einen schnellen Totalverlust betrifft.

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